ELMAR GILLET

ElmarGillet

Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag Rhein-Erft

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und individuelle Freiheit müssen zusammen gedacht werden.  Als Grüner stehe ich in diesem Sinne für die größtmögliche individuelle Entfaltung aller Mitglieder unserer Gesellschaft.  Mein Ziel ist, dass auch die nachkommenden Generationen die gleichen Chancen auf eine lebenswerte Umwelt, auf Teilhabe und Solidarität haben.  Alles was wir tun, müssen wir auf die Konsequenzen für unsere Kinder und Kindeskinder prüfen. Das ist Nachhaltigkeit, von der wir nicht nur reden sollten!

Ihr Elmar Gillet

 

Bewerbung Kreismitgliederversammlung 2016

„Ohne eine ökologische Balance von Mensch und Natur
wird es keinen Frieden und keine Gerechtigkeit geben.“

Liebe Freundinnen und Freunde,

hiermit bewerbe ich mich bei Euch um ein Votum unseres Kreisverbandes für meine Kandidatur auf der Landesliste NRW zur Bundestagswahl 2017.

Der Bundestagswahl 2017 kommt eine besondere Bedeutung zu. Es gilt, den Einzug der rechtsgerichteten und fremdenfeindlichen AFD zu verhindern oder zumindest zu sicherzustellen, dass sie keinen relevanten Einfluss auf unser Land gewinnt. Ich glaube, uns GRÜNEN kommt hierbei eine wichtige aber auch schwierige Rolle zu. Wir GRÜNE dürfen den Menschen keine Parolen um die Ohren hauen wie „ wir schaffen das“ – „wir schaffen das nicht“, sondern wir müssen konkret aufzeigen, wie sich ein realistischer Weg gestalten lässt, der humanen Anspruch und die Möglichkeiten zusammenbringt, die unser Land und unsere Gesellschaft hat. Ängste von Menschen müssen wir ernst nehmen aber deutlich machen, dass diese nicht begründet sind. Und ich bin der festen Überzeugung, dazu gehört ein solidarisches Europa und nicht eines der Egoisten. Für dieses solidarische Europa und für Demokratie und Freiheit werde ich politisch kämpfen! Ein Europa der Gräben darf es nie wieder geben – erst recht nicht der Schützengräben.
Ökologische Politik müssen wir trotz der aktuellen Herausforderungen im Zentrum unserer Politik halten. Die Energiewende muss beschleunigt werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist von der großen Koalition verlangsamt worden, um das zu ändern brauchen wir starke GRÜNE – am besten in der Bundesregierung.
Nicht nur für den Klimaschutz müssen wir den Ausbau des Ökolandbaus und einer umweltverträglichen bäuerlichen Landwirtschaft vorantreiben. Dazu gehören für mich: dezentrale Agrarstrukturen mit all ihren regionalen Unterschieden, artgerechte Tierhaltung und gentechnikfreie Lebens- und Futtermittel.
Verbraucherschutz bleibt eine wichtige Aufgabe: Wir müssen wissen was drin ist in dem was wir essen, benutzen oder anziehen. Information und Kennzeichnung sind die Grundpfeiler einer starken Verbraucherpolitik. Verschlechterungen beim Verbraucherschutz durch unfaire Handelsabkommen sind für uns GRÜNE nicht hinnehmbar!
Weiterhin werde ich mich für eine starke GRÜNE Kulturpolitik einsetzen. Wir sind die Partei von Beuys und Böll, dies bedeutet für mich die Verpflichtung für Vielfalt bei der Kulturförderung und für eine soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern zu sorgen. Wir brauchen da keine Leitkultur, sondern geistige Offenheit!

Euer
Elmar

 

 

Rede auf der Kreismitgliederversammlung 12.3.2016

Liebe Freundinnen und Freunde,
der Bundestagswahl 2017 kommt eine besondere Bedeutung zu. Und das ist dieses Mal keine hohle Phrase. Denn zum ersten Mal in der Geschichte dieses Landes seit 1954 ist es hochwahrscheinlich, dass eine rechtsgerichtete und fremdenfeindliche Partei in den Bundestag einziehen könnte.
Das ist eine Zäsur und zwar eine Zäsur, die wir nicht gelassen hinnehmen können. Das können wir nicht angesichts der brennenden Flüchtlingsunterkünfte, des offenen Schürens von Vorurteilen, der nicht mehr versteckten Fremdenfeindlichkeit, die sich plötzlich mit alten, sehr alten Parolen mischt.
Wenn sich an einem geplanten Bauplatz für eine Flüchtlingsunterkunft im Rhein-Erft-Kreis im Schutze der Nacht heimlich angebrachte Transparente mit Parolen, wie „Heute tolerant - morgen fremd in eigenen Land“  und „Deutschland erwache“ finden, dann ist das nicht mehr der besorgte Bürger und auch nicht der Wutbürger, nach dem Motto „Ich bin ja kein Nazi, aber ...“ dann ist das das Erwachen des braunen Geistes, der dieses Land und die Welt in die größte Katastrophe der Geschichte geführt hat.

Da sagen wir Halt und keinen Schritt weiter, liebe Freundinnen und Freunde, da sagen wir NEIN.


Zur Demokratie gehört der Streit über den richtigen Weg und die richtigen Ziele unter den Parteien, wenn aber an den Grundlagen von Verfassung, Menschenrechten, Toleranz und Demokratie gerüttelt wird, müssen wir zusammenstehen und gemeinsam gegen die Feinde der Demokratie kämpfen!
Niemals wieder darf in Deutschland eine Demokratie an der Uneinigkeit der Demokraten scheitern!
Wir müssen den Wählerinnen und Wählern klar machen, dass die AFD nicht einfach eine „Protestpartei“ ist, die nur mal soeben die etablierten Parteien ein wenig ärgert.
Aber wir müssen aber auch die Sorgen der verunsicherten Bürger ernstnehmen.
Und deshalb müssen wir auch Lösungen für Probleme aufzeigen. Wir Grüne fordern seit Jahrzehnten ein Einwanderungsgesetz. Ja das heißt eine Definition wieviel Menschen können wir erlauben Mitglied in unserer Gesellschaft zu werden und das unabhängig von ihrem Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht.
Damit Ihr mich nicht missversteht, es geht nicht um die Aufweichung von Asylrecht oder der Verweigerung von Hilfe für Flüchtlinge. Im Falle von Krieg und Katastrophen müssen wir so vielen Menschen helfen, wie es nur geht!
Und ich bin entsetzt, wie viele unserer europäischen Partnerländer in diesem Moment das humanitäre Gebot Menschen in Not zu helfen ignorieren. Ein christliches Abendland sieht anders aus.
Die Flüchtlingsfrage wird sicher das zentrale Thema der Bundestagswahl werden, die ökologische Frage müssen wir im Zentrum unserer Politik halten. Trotz der aktuellen Herausforderungen dürfen die Themen Klimaschutz und Energiewende nicht unter den Tisch fallen.


Heute jährt sich die Reaktorkatastrophe von Fukushima zum fünften Mal. Mit Schrecken sehe ich die Bilder abertausender schwarzer Plastiksäcke mit radioaktiv verseuchten Material.
Es ist ein Sinnbild menschlicher Hilflosigkeit:
„Plastikfolie gegen radioaktive Strahlung“
Und deshalb gehören die Schrottreaktoren in Tihange und Fessenheim sofort abgeschaltet.
Der Spiegel titelte damals „Fukushima 12.3.2011 15:36 Uhr – Das Ende des Atomzeitalters“. Aber noch immer gibt es in der Welt Pläne zum Bau neuer Atomreaktoren und rund 440 Atommeiler sind noch im Betrieb. Darum müssen wir in Deutschland zeigen, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist, aber auch zeigen dass der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern ebenso möglich ist. Die Energiewende bleibt das zentrale Anliegen dieses Jahrhunderts und wir müssen alles tun, dass sie uns gelingt.
Wenn wir betrachten, dass heute schon rund ein Drittel unseres Strombedarfs aus Erneuerbaren gedeckt wird, und im Rückblick auf den Beginn dieses Jahrhunderts eine solche Zahl utopisch erschien, sind auch jetzt erst Recht weitere Entwicklungen der Erneuerbaren denkbar und darum müssen wir Grüne alles dransetzen die Energiewende zu beschleunigen. Die schwarz-rote Regierung ignoriert weiterhin unsere Forderung, die Deckelungen der letzten Jahre auf die Erneuerbaren aufzuheben. Darum brauchen wir eine starke Grüne Fraktion im Parlament und am besten in der Regierung!
Grüne in der Regierung -- nicht weil das Regieren Selbstzweck ist, sondern weil wir wissen, dass wir so mehr für die Erhaltung der Lebensgrundlagen unserer Kinder erreichen können. Wir haben längst auf allen politischen Ebenen bewiesen, dass wir Verantwortung übernehmen und unsere Ziele verwirklichen können.
Und ich bin überzeugt, morgen werden in Baden- Württemberg die Wählerinnen und Wähler uns GRÜNE erstmalig zur stärksten Partei in einem Bundesland machen! – und das aus der Regierung heraus!
Dann lasst uns auch mit guter, besonnener und gleichzeitig zielgerichteter Politik den Rest der Republik überzeugen! Wir dürfen nicht unsere Fehler der letzten Bundestagswahl wiederholen. Wir müssen die Menschen da abholen, wo sie sind und nicht wieder durch unverständliche Steuerprogramme vergraulen.


Ich möchte dann natürlich noch auf die Anliegen kommen, die mir persönlich wichtig sind. Dazu gehören eine Agrarwende, gesundes Essen und eine neue Grüne Kulturpolitik.
Wir müssen den Ausbau des Ökolandbaus und einer umweltverträglichen nicht überindustrialisierten Landwirtschaft vorantreiben. Dazu gehören für mich: dezentrale Agrarstrukturen mit all ihren regionalen Unterschieden, artgerechte Tierhaltung und gentechnikfreie Lebens- und Futtermittel. Grüne Agrarpolitik orientiert sich nicht an der Produktionssteigerung für Exportmärkte, sie orientiert sich an Wertschöpfung und Qualität für regionale Märkte.
Verbraucherschutz bleibt eine wichtige Aufgabe: Wir müssen wissen was drin ist in dem was wir essen, benutzen oder anziehen. Information und Kennzeichnung sind die Grundpfeiler einer starken Verbraucherpolitik.
Und hier merke ich an: Ich bin absoluter Befürworter des weltweiten Freihandels, er bildet die Grundlage unseres Wohlstandes und aller anderen. Aber ich bin ebenso Gegner schlechter Freihandelsabkommen, die lokale Strukturen und kommunale Selbstversorgung zerstören, Montsanto auf unsere Felder bringt oder Gift in unser Essen! TTIP so nicht – Punkt um und aus!
Auch wenn ich mich wiederhole: Wir sind die Partei von Beuys und Böll, dies bedeutet für mich die Verpflichtung für eine vielfältige Kulturförderung. Die soziale Lage der Kulturschaffenden in diesem Land hat sich in den letzten Jahren weiter verschlechtert und darum muss für eine soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern Sorge getragen werden.
Kunst und Musik erweitern den menschlichen Horizont.


Deshalb braucht Demokratie Kunst und Kultur, wie wir die Luft zum Atmen!


Liebe Freundinnen und Freunde ich bitte um Eure Unterstützung und lasst uns gemeinsam für ein starkes Grünes Ergebnis bei der Bundestagswahl kämpfen!